April 2010

Mobilität, Einfachheit, Schnelligkeit, Nutzwert

Nicht nur das Web wird mobil, auch ganze Applikationen werden mit dem Mobiltelefon tragbar. Eingeläutet hat den Trend Apple mit seinen „Apps“ für das iPhone. Mit dem iPhone, dem iPod touch und seit Neuestem auch dem iPad stehen gleich drei Plattformen zur Verfügung, die nicht nur Informationen und Inhalte, sondern auch Services und Anwendungen mobil machen. Der Nutzer kann, unabhängig davon, wo er sich gerade befindet, auf die Anwendungen und das weltweite Netz zugreifen. Dank der hohen Leistungsfähigkeit der PDAs (Personal Digital Assistant), dem großen verfügbaren Speicher und der mittlerweile hohen Prozessorgeschwindigkeit gibt es nur noch wenige Unterschiede zu Notebooks und Workstations – sieht man einmal von der Größe des Gerätes ab. Datenbanken, Fotos, Videos, Animationen – es gibt kaum etwas, was nicht mittlerweile auch auf einem PDA umsetzbar ist. Und Features wie eingebaute GPS-Module und leistungsstarke Kameras und Mikros ermöglichen nicht nur geobasierte Lokalisierungsdienste, sondern auch das eigene Produzieren von Inhalten (Text, Ton, Video, Foto) von unterwegs.

 

Doch worauf kommt es wirklich an, wenn Apps für das iPhone erstellt werden sollen? Welche Apps sind sinnvoll und wo liegen die Anwendungspotenziale? Eine kurze Einführung in die „Do“ und „Don´ts“ der App-Entwicklung …

 

Keep it simple – das Credo mobiler Applikationen
Bei der Entwicklung eigener Apps für das iPhone ist allen voran die sporadische Nutzung des Mediums zu beachten, ein Aspekt, bei dem sich mobile Anwendungen klar von Desktop- oder Webanwendungen unterscheiden – und zwar nicht technisch bedingt, sondern aus der Natur der Sache heraus nachvollziehbar: Der Nutzer startet die Anwendung, benutzt diese kurz und schließt sie dann recht schnell wieder. Das Ergebnis: Applikationen für PDA-Geräte sollten grundsätzlich schon für kurze Interaktionszeiträume konzipiert und umgesetzt werden. Auch das schnelle Deaktivieren der Anwendung, z.B. bei einem eingehenden Anruf, muss berücksichtigt werden. So ist es erforderlich, den Anwendungsstatus regelmäßig, spätestens aber beim Beenden der Anwendung zu sichern. Beim nächsten Start der Applikation wird dann der letzte Zustand wieder aktiviert. Das erwartet der Nutzer mobiler Anwendungen.


Aber auch das Thema Einfachheit der Anwendung, insbesondere bei der Bedienung, spielt eine tragende Rolle. Ein hohes Maß an Benutzerfreundlichkeit bei der Navigationsstruktur und der Menüführung ist Grundvoraussetzung für den Erfolg einer App – nicht nur von internen Unternehmensanwendungen, sondern ggf.  auch bei Umsetzung von externen Apps für den iTunes Store von Apple.

 

Auch in Sachen Geschwindigkeit und Architektur sind Regeln zu beachten, die teilweise gerätebedingt sind, teilweise aber auch durch Apple als Designrichtlinie verstanden werden. So müssen sich Apps zum Beispiel binnen von wenigen Sekunden starten bzw. schließen lassen – ansonsten „schießt“ das iPhone die Anwendung automatisch ab – schlecht für den dann nicht gespeicherten Nutzerzustand.

 

Grundsätzlich muss man sich immer bewusst machen, dass mobile Anwendungen völlig anders genutzt werden als typische Desktopanwendungen. Das ist beim Softwaredesign zu berücksichtigen.

 

Anwendungsgebiete für Apps
Apps lassen sich für alle erdenklichen Unternehmensanforderungen umsetzen. So können Unternehmen Spiele als Marketinginstrument realisieren oder aber kleine Tools zum jeweiligen Leistungsspektrum (z.B. mobiles Flugbuchungssystem einer Fluggesellschaft oder das mobile Postbüro der Deutschen Post AG). Diese „externen“ Anwendungen werden in der Regel über den Apple iTunes Store verteilt – wahlweise gegen Gebühr oder kostenlos.

 

Eine weitere, attraktive Möglichkeit für Unternehmen besteht in der Umsetzung von Apps für interne Zwecke, z.B. als mobile Austauschplattform für den Vertriebsaußendienst oder aber zur Erfassung und anschließenden automatischen Übermittlung von Messdaten eines Servicetechnikers an die Zentrale. Auch Workshops oder ganze Kommunikationsprozesse lassen sich als „verteilte“ Anwendung mit mobilen Apps realisieren. Das spart nicht nur Reisekosten, sondern ermöglicht es den beteiligten Mitarbeitern auch, mobil zeit- und ortsunabhängig an Unternehmensprozessen teilzunehmen. Ein weiteres Beispiel ist die „mobile Visite“ eines Arztes, der das Arztdiktat direkt aus dem Patientenzimmer erfassen kann oder aber auf alle Patientendaten direkten Zugriff bekommt.

 

Den Möglichkeiten, durch Apps interne Unternehmensprozesse schlanker und effizienter zu gestalten und zudem echte Mehrwerte zu schaffen, sind kaum Grenzen gesetzt. Die Distribution dieser Anwendungen kann dazu intern durch das Unternehmen erfolgen – und nicht wie etwa bei den externen Apps über den iTunes Store.

 

Wer den Geist mobiler Anwendungen und das Nutzerverhalten der internen wie auch externen  Zielpersonen respektive Anwender verstanden hat, wird auf eine Vielzahl an Ideen für eigene, sinnvolle, effiziente Anwendungen im Unternehmen kommen – im Vertrieb, im Service und in der internen wie auch externen Unternehmenskommunikation.


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